Rathaus Großburgwedel: Lichtplanung für ein Gebäude mit Geschichte
Ein Rathaus ist kein Bürogebäude. Es ist Arbeitsplatz für die Verwaltung, Anlaufstelle für Bürgerinnen und Bürger, Ort für Sitzungen — und im Trauzimmer der Rahmen für einen der wichtigsten Tage im Leben. Jede dieser Nutzungen stellt eigene Anforderungen an das Licht.
Für das Rathaus Großburgwedel erstellen wir derzeit die vollständige Lichtplanung und bereiten sie für die öffentliche Ausschreibung auf. Geplant werden alle Bereiche: Bürgerbüro und Empfang, Foyer und Warteflächen, Büros und Besprechungsräume, Sitzungszimmer, Ruhezonen, Teeküchen, Verkehrsflächen — und das Trauzimmer.
Die Herausforderung: Norm trifft Bestand
Für Arbeitsstätten gilt die DIN EN 12464-1. Sie legt fest, wie viel Licht wo ankommen muss, wie gleichmäßig es verteilt sein soll und wie stark es blenden darf. Im Neubau ist das eine Rechenaufgabe. Im Bestand ist es eine Abwägung.
Die vorhandene Baustruktur gibt vor, wo Leuchten überhaupt sitzen können. Geneigte Decken, ungewöhnliche Raumgeometrien, Bereiche ohne Möglichkeit für eine Deckenleuchte — an einzelnen Stellen lässt sich ein Normwert mit einer Standardlösung nicht erreichen. Hinzu kommt der gestalterische Anspruch: Ein Gebäude mit Geschichte verträgt keine beliebige Rasterdecke.
Ein wesentlicher Teil unserer Leistung besteht deshalb aus Transparenz. Zu jedem Raum haben wir festgehalten, welches Nutzungsprofil zugrunde liegt, welche Werte die Planung erreicht und wo die baulichen Gegebenheiten Grenzen setzen. Wo eine normgerechte Lösung mit Deckenleuchten nicht möglich ist, haben wir Alternativen aufgezeigt — etwa ergänzende Arbeitsplatzleuchten.
Diese Vorbemerkung ist fester Bestandteil unserer Planungsunterlagen. Sie macht nachvollziehbar, auf welcher Grundlage entschieden wird, und gibt dem Bauherrn die Informationen an die Hand, die er für seine Entscheidungen braucht.
Steuerung und Lichtqualität
Die Anlage wird durchgängig steuerbar geplant. Das erlaubt es, Bereiche bedarfsgerecht zu dimmen — etwa dort, wo Tageslicht ausreicht — und einzelne Räume unterschiedlich zu bespielen. Ein Mehrzweckraum, der von der Besprechung bis zum Kurs alles aufnehmen soll, bekommt eine Beleuchtung, deren Farbtemperatur sich der Nutzung anpasst.
Vom Konzept zur Ausschreibung
Die Planung endet nicht mit dem Lichtkonzept. Für die öffentliche Ausschreibung bereiten wir Leuchtenlisten, Positionspläne und Leistungsbeschreibungen so auf, dass Bieter vergleichbare Angebote abgeben können und die Vergabe rechtssicher bleibt.
- Projektfakten
- Ort: Großburgwedel, Region Hannover
- Aufgabe: Lichtplanung Gesamtgebäude, Aufbereitung für die öffentliche Ausschreibung
- Bereiche: Bürgerbüro, Foyer, Trauzimmer, Sitzungs- und Besprechungsräume, Büros, Aufenthaltsräume, Verkehrsflächen
- Besonderheit: Bestandsgebäude mit denkmalpflegerischem Anspruch
- Status: abgeschlossen, Ausschreibungsunterlagen übergeben







































































